szmtag

“Wir sind KEIN professioneller Reiseveranstalter!” stand gleich zu Beginn des Informationsbriefs der fünftägigen Tour Eucor (25. – 29. Mai) . Na gut, die gesamte Organisation wurde freiwillig von Studierenden durchgeführt. Professionell und spitzenmäßig organisiert war die Rundfahrt aber allemal.
Aber von vorne: Was und wo ist eigentlich “Eucor”? Als die Tour Eucor vor fast 20 Jahren im Dreiländereck im äußersten Südwesten Deutschlands zum ersten Mal rollte, konnte wohl kaum einer diese Frage beantworten. Heute wissen die meisten im Dreiländereck Bescheid – natürlich, Eucor ist die Europäische Konföderation der Oberrheinischen Hochschulen, die Forschung und Lehre, Studenten und Dozenten von Deutschland, Schweiz und Frankreich verbindet. Hierzu zählen Karlsruhe, Strasbourg, Mulhouse, Basel und Freiburg. Aktuell lernen an den Eucor-Hochschulen über 100.000 Studierende – die Tour Eucor gibt es immer noch. Im Jahr 2016 nun versinnbildlicht sie zum 19. Mal die grenzüberschreitende Zusammenarbeit, die wie beim Antrieb des Rennrads durch einzelne Zahnkränze, verbunden durch eine Kette, erst durch die Summe der Einzelteile in Bewegung kommt.
Fünf Tage Rennrad pur, über 100 Teilnehmende, je nach Leistungsgruppe von flachen 600 bis zu 900 Kilometern mit Höhenmetern und „Bergausscheidungsrennen“ gespickt – hier ist für jeden etwas dabei. Und das ist das eigentlich Tolle: Hier findet wirklich jeder, egal ob Freizeitradler mit Stadtrad, Oldtimer, Mountainbike oder Rennfahrer mit Vollcarbonmaschine seinen Platz, Herausforderung und Erfolg und man er-fährt die Umgebung und Nachbarstädte neu.
Obwohl ich bereits seit sechs Jahren in Freiburg studiere, musste erst die TOUR eine Reportage verfassen, damit ich von der Tour Eucor erfahre (Ausgabe 08/15). Und dieser Artikel machte so Laune, dass ich beschloss, mich für einen der begehrten Startplätze zu bewerben.
Was soll ich sagen? Es ist alles wahr – oder noch viel besser. Begleitfahrzeuge mit regelmäßigen „Sprinterstopps“ zur Verpflegung und mit Material, warmes Mittagessen zu welchem sich die unterschiedlichen Leistungsgruppen trafen, ein funktionierendes Streckenkonzept, Abendprogramm, inklusive Übernachtung und immer mit der richtigen Prise Humor (s. Streckenbeschreibungen unten). Und das alles für einen mehr als fairen Preis von 135 Euro.
Die erste Etappe führte uns von Karlsruhe durch den Nordschwarzwald und dann über den Rhein nach Strasbourg, wo frische Flammkuchen auf uns warteten. Tag 2 ging es über die Vogesen (Quäl Dich Du Sau!) nach Mulhouse. An Tag 3 wurde die kurze Strecke nach Basel durch einen ordentlichen Abstecher in das Jura gebührend verlängert. Einmalig und nicht zu vergessen: frische Schwarzwälder Kirschtorte am Gempenturm, Danke an Jan und seine Familie! Anschließend brachte uns Etappe 4 durch den Schwarzwald über den Schauinsland nach Freiburg. Zuguterletzt ging es an Tag 5 ausnahmsweise verregnet zurück nach Karlsruhe, immer noch gut gelaunt, mit Glück im Bauch dank der tollen Verpflegung und mit vielen neuen Freundschaften, etwas Sonnenbrand, französischem Kauderwelsch und einigen Brocken erlerntem Schwizerdütsch im Gepäck.
Danke für die tolle Organisation! Danke an Deloitte als Hauptsponsor der Tour, wodurch diese überhaupt erst ermöglicht wird. Danke an Bulls für das tolle Rad, das mich zuverlässig und defektfrei nach 795 Kilometern wieder nach Karlsruhe zurückgebracht hat.
Bleibt nur ein Haken: Um an der Tour Eucor teilnehmen zu können, muss man auch wirklich Student, Angestellter, Dozent oder Ehemaliger einer der fünf oberheinischen Hochschulen sein. Wohl denn, glücklich schätze sich, wer hierzu zählt. À bientôt!

Christian

Lust zum Nachfahren bekommen? Von blau (Ca roule – la belle vie – Die Rehagruppe nach abendlichen Höchstleistungen) über hellrot, mittelrot (Leichtes Anschwitzen – Deo einpacken!) und dunkelrot bis hell- und dunkelschwarz alles dabei (Komapressen – Es werden keine Gefangenen gemacht! Wer hier mitfährt hat es nicht anders gewollt!): http://www.gpsies.com/mapUser.do?username=TourEUCOR

 

Kommentare sind geschlossen