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Flug AB7757, der Airbus A320 ist bereits in der Luft. Pünktlich hat die Maschine den mallorcinischen Boden verlassen und wir schweben bereits über Palma. Mein Fensterplatz lässt einen letzten Blick auf die Serra Tramuntana zu. Erinnerungen werden wach an die Woche im Trainingscamp, die das Team TOUR powerered by BULLS gerade hinter sich bringen durfte.
Die Osterfeiertage an einem der Heimat fernen Ort ohne die Familie zu verbringen, klingt zunächst nicht verlockend. Wird es gelingen, vier Frauen und acht Männer unterschiedlichen Alters, die aus der Schweiz, Österreich und Deutschland nach Santa Ponça ins „Hotel Sentido Punta del Mar“ anreisten, zu einem Team zusammenzuschweißen? Was uns zunächst verbindet, ist die Liebe zum Radsport.
Der Sonnabend beginnt für uns nicht etwa mit einem gemütlichen Prolog, wie bei den anderen Gästen von „Philipp’s Biketeam“, unserem Sponsor fürs Trainingslager. Nach einem medizinischen Check der mitgereisten Ärzte Dr. med. Markus Theißen und Dr. med. Martin Heydenreich vom „Gesundheitszentrum Feldberg“, und einer Feinjustierung unserer „BULLS Alpine Hawk Team“ durch den Bikefitting-Spezialisten Peter Schartel-Weber, unterwirft uns Physiotherapeut Robin Olschewski einem Leistungstest, der Puls, Blutdruck und vor allem die Laktatkonzentration in unserer Muskulatur bereits bedrohlich ansteigen lässt. Schwere Beine bereits am Anfang des Trainingslagers? Egal – wir nutzen das mediterrane Traumwetter und fahren unsere Muskulatur wieder frei. Mit Blick auf die Dracheninsel genießen wir Ensaïmadas und Café con leche im abgelegenen Dörfchen Sant Elmo. Der Ort und die Stimmung erinnern mich spontan an John Parr’s 80’er Hit:

„Gonna be your man in motion, all I need is a pair of wheels
Take me where my future’s lyin‘, St. Elmo’s fire!“

Was für ein Motto für das bevorstehende Jahr, das gespickt sein wird mit RTF’n, Straßenrennen, Marathons und unserem Saisonhöhepunkt, der „TOUR Transalp powered by Sigma“.
Die folgenden Tage sind straff durchorganisiert: Gemeinsames Frühstück, Fotoshootings, Videodreh und Interviews fürs TOUR Magazin, später dann Abendessen. Anschließend geht’s zum Briefing: Robin erläutert seine Auswertung der Leistungsdiagnostik, gibt Tipps und bietet uns seine professionelle Unterstützung zur Planung des individuellen Trainings an. Außerdem organisieren wir die Aktivitäten für den nächsten Tag: Die Ausfahrten werden gemeinsam oder in kleinen Gruppen unternommen. Dabei stellt sich sehr bald heraus, wie homogen das Team TOUR bereits jetzt ist. Zur Bestätigung der in farbigen Diagrammen hübsch aufgezeichneten Leistungsergebnisse, ziehen die „Roller“ das Peloton in hohem Tempo durch die mallorcinische Ebene, am Anstieg animieren die „Bergziegen“ alle anderen zu kontinuierlich sich verbessernden Zeiten. Dabei gerät der Spaß nicht ins Hintertreffen, es mangelt bei aller Mannschafts-Disziplin nicht an Verfolgungsjagden und Ortsschildsprints! Auch bei den Fototerminen zeigt sich unser Ehrgeiz, die vom Teamchef Uwe Geissler geforderten Anweisungen möglichst „rasant“ umzusetzen. Uns umweht ein Hauch „Profifeeling“ und jede/r kehrt daher ein Maximum an Professionalität nach außen.
Professionell ist auch die Unterstützung bei der Wartung unserer Rennräder durch Michael Kieß von Shimano/Paul Lange & Co. und Dipl.-Ing. Jens Klötzer aus der TOUR-Redaktion, die uns auf unseren Ausfahrten begleiten. Kleinere Blessuren werden fachmännisch medizinisch und physiotherapeutisch versorgt. Dank der Beherrschung unserer Rennmaschinen gibt es keine Stürze, dafür jedoch vereinzelt hochrote Haut zu sehen, die weniger dem angestiegenen Blutdruck, als vielmehr dem sparsamen Auftrag von Schutzcrème und dem Brennen der mediterranen Sonne anzulasten ist.
Das Team TOUR zeigt sich hochmotiviert, sodass uns ein regnerischer Freitag, nahezu am Ende des Trainingslagers, endlich einen Ruhetag aufzwingt. Ein Tag, zu sich zu finden und die vergangenen Tage Revue passieren zu lassen: Das Teambuilding hat geklappt, wir blicken enthusiastisch auf die bevorstehenden europaweiten Events, an welchen wir in kleineren Teams teilnehmen werden und ganz besonders auf die „TOUR Transalp powered by Sigma“, in deren Verlauf unser zwölfköpfiges Fahrerteam nach über 900 Kilometern und 19.500 Höhenmetern, verteilt auf 22 Pässe, schließlich gemeinsam den Gardasee erreichen will.
Ich habe mich in den vergangenen Tagen so gut erholt wie schon lange nicht mehr und genieße in einer Mischung aus Zufriedenheit, entspannter Erschöpfung und Vorfreude meinen Flug nach Hause – „I can feel St. Elmo’s fire burnin‘ in me!“

Oliver

 

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